Als wir aufstehen, sind sie schon wieder da. Angekündigt für diesen Tag sind vier Kreuzfahrtschiffe, bislang liegen zwei vor Anker. Vielleicht kommen wir noch einigermaßen entspannt wieder heraus aus Geiranger, denn länger bleiben wollen wir nicht. Geiranger hat uns – bis auf die Anreise mit der Fähre und das Essen im Hotel – überhaupt nicht angesprochen, sondern eher abgeschreckt. Die Ecken ohne viele Menschen, die wir unterwegs schon gesehen haben, stehen in ihrer Naturschönheit Geiranger in nichts nach, wie wir finden, gefallen uns aber eben deshalb um einiges besser.
Hier entscheidet sich nun auch unsere weitere Reiseroute. Geplant hatten wir von Geiranger aus Richtung Atlantik weiter zu fahren. Vogelinsel Runde, Ålesund, Molde, die Atlantikstraße und Trondheim waren eigentlich weitere Ziele, die wir uns gesetzt hatten. Nun gibt es Hindernisse. Das Wetter ist schäbig und Richtung Atlantik auch kurzfristig nicht viel besser zu erwarten. Dazu haben zwei der Hunde kontinuierlich Probleme mit der Fahrt im Wohnmobil – und alles, was Richtung Norden gefahren wird, muss schlußendlich ja auch in Gegenrichtung wieder zurückgelegt werden. Wir diskutieren. Und weil wir noch nicht bereit sind, die Reisegruppe hier schon zu trennen, finden wir einen weiteren Kompromiss. Von Geiranger aus über den Dalsnibba und dann langsam unter Berücksichtigung von rechts und links der Route liegenden Zielen durch das Ottadalen bis wir irgendwann in Lillehammer ankommen.
Gesagt getan, die Fahrt über die Rv 63, die Geirangerstraße, auf den Dalsnibba ist verbunden mit einer ziemlichen Kurbelei, die Reisebusse und gemieteten Elektromobile zweier Kreuzfahrtschiffe plus die große Zahl abreisender Wohnmobile reichen auch schon, um die Aussichtspunkte und die Straße ziemlich zu verstopfen. So kommen wir erst am Djupvatnet zu einem Halt. Ende Juni noch nahezu komplett zugefroren liegt er da. 2 qkm groß auf etwas mehr als 1000m Höhe. Wir gönnen uns und den Hunden eine Rast und Bewegung im Schnee und sind wieder einmal beeindruckt, wie schnell Landschaften und Wetter einander abwechseln.
Einige Kilometer weiter mündet der Rv 63 in die E15, die wir ab sofort in Richtung Otta befahren. Um uns herum eine lichte Waldlandschaft, Seen, Flüsse, mal reißend, mal gemächlicher dahinfließend. Wieder etwas völlig Neues und wieder einmal umwerfend schön. Eher zufällig taucht links ein Campingplatz unmittelbar an dem neben der Straße tosenden Wasserfall Dønfossen auf, Dønfoss Camping. Spontan belegen wir auf dem wenig besuchten aber herrlich angelegten Areal zwei Stellplätze direkt am Fluß. Die Anlage erinnert ein bisschen an eine Westernstadt im Heidepark oder in Disneyworld. Überall stehen zudem Bänke, die natürlichen Gegebenheiten wurden in die Platzgestaltung eingearbeitet und so gibt es sogar ein Naturschwimmbecken direkt am Fluß, für dass man vorhandene Felsen genutzt hat. Die Wassertemperatur liegt zwischen 16 und 19 Grad. Der Campingplatz verfügt über ein kleines, sehr geschmackvoll eingerichtetes Restaurant, in dem man Pizza und selbstgemachte Hamburger mit einem lokalen Bier genießen kann. Die Sanitäranlagen sind wie auf allen Plätzen in Norwegen super sauber und gepflegt.
Von Dønfoss aus starten mehrere Wander- und Fahrradrouten unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen, in Laufweite des Campings gibt es einen kleinen Coop.
Wir nutzen den folgenden Tag für ein ausgiebiges Training mit den Hunden im nahen Wald, der sich auch für Spaziergänge wunderbar eignet. Überall liegt Elchlosung, einen der Verursacher treffen wir aber leider nicht.

Dønfoss Camping 2 Übernachtungen 710 Kr, Waschmaschine und Trockner je 50 Kr, Schlüssel an der Rezeption








