Gamle Strynefjellsvegen

Nasjonale Turistveger ist das Zauberwort, das den Puls nach oben treibt und die Augen in Vorfreude auf die zu erwartenden Eindrücke und Erlebnisse schon mal strahlen lässt. Damit sind 18 ausgewählte Streckenabschnitte in Norwegen gekennzeichnet und als „Landschaftsrouten“ ausgewiesen, die neben den eigentlichen Hauptrouten verlaufen und den Weg zu besonderen Naturerlebnissen weisen. Sie führen über das Fjell, durch die Berge, am Fjord oder an der Küste entlang. Ihnen ist neben der Kennzeichnung durch ein eigenes Logo, das auf sie hinweist gemein, dass sie zu oder durch besonders eindrucksvolle Naturlandschaften führen. Oft sind es historische Straßen, fast immer sind sie gut zu befahren aber eng und nicht selten einspurig. Viele sind ashpaltiert, andere nur geschottert und nicht selten gibt es steile Asphaltkanten zur Seite – wer da runterrutscht kommt ohne fremde Hilfe nicht wieder heraus. Insbesondere an Wohnmobilfahrer daher der gute und sehr ernst gemeinte Rat: wer nicht sicher rangieren kann, die Abmessungen seines Fahrzeugs genau kennt und rückwärts zu einer Ausweichstelle – und das auch wahlweise bergauf oder bergab – zurücksetzen kann, der bleibt besser auf der Hauptroute.

Wir können inzwischen sechs dieser Routen zu unseren persönlichen Reiseerfahrungen zählen. In diesem Sommer kam unter anderem eine dazu, die wir gar nicht auf dem Schirm hatten und durch die wir erst durch das o.g. Logo, das auf der RV 15 den „Gamle Strynfellsvegen“ ankündigte, aufmerksam wurden.

Mehr Informationen zu den Norwegischen Lanschaftsrouten gibt es hier: https://www.nasjonaleturistveger.no/de/

Der „Gamle Strynefellsvegen“ ist – wie der Name schon sagt, die alte (gamle = alt) Straße über das Strynefjell. Sie ist zwischen 1882 und 1894 in kompletter Handarbeit aus dem Fels gehauen wurde und steht unter Denkmalschutz. Auf 27 Kilometern, die aus Richtung Stryn kommend nur im ersten Abschnitt asphaltiert sind verbindet sie Videsæter und Grotli und steigt dabei an ihrem höchsten Punkt auf 1139m an. Man kommt vorbei an Wasserfällen – gleich zu Beginn am Videfossen, an dem auf einer Aussichtsplattform die Wassermassen um einen herum tosend zu Tal donnern. Alte Brückenbauwerke und die von Hand gesetzten aufrechten Kantsteine als Straßenbegrenzung sind entlang der Strecke ebenfalls sehenswert.

Auf dem Strynefjell passiert man außerdem eines von Norwegens beliebtesten Sommerskigebieten, zu dem am Gletscher Tystigen ein Lift hinaufführt.

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