Mecklenburgische Seenplatte

Temperaturen jenseits der 30 Grad wie am letzten Wochenende können einem an der Mecklenburgischen Seenplatte herzlich egal sein. Leben spielt sich hier am, im und auf dem Wasser ab – herrlich bei diesen Temperaturen. Über 1000 Seen – kleine und große – Kanäle, die sie verbinden und mittendrin die Müritz, der größte deutsche Binnensee, bilden ein fantastisches Revier für Wassersport jeder Art.
Natur pur, hervorragende Wasserqualität, lebendige Orte, – das sorgt für Erholung auf vielen verschiedenen Ebenen. Wer nicht wasserwandert, wandert vielleicht gerne an Land oder nimmt das Fahrrad, besucht einen der Naturparks oder gleich den Müritz Nationalpark, UNESCO Weltnaturerbe und wer nicht gerne selber paddelt, steigt bei der Fahrgastschiffahrt zu oder mietet sich bei einem der unzähligen Bootscharter ein Hausboot und entdeckt die nasse Seite der Mecklenburgischen Seenplatte.
Klingt irgendwie voreingenommen? Ist es auch. Ich hatte das Glück, schon in meiner Jugend Sommertage am Plauer See verbringen zu dürfen, als den meisten aus den alten das Reisen in die neuen Bundesländer noch nicht möglich war. Und meine Liebe zu Mecklenburg hält seither an, meiner Schweriner Verwandtschaft sei Dank.




Fronleichnam ist in Hessen ein Feiertag und beschert uns damit ein weiteres langes Brückenwochenende, anders als in allen nördlich von uns einsortierten Bundesländern. Eine gute Gelegenheit also, das neue Schlauchboot in seinen natürlichen Lebensraum einzuführen. Es ist unserer Nidelv 1800 gefolgt, von der wir uns nur sehr schwer trennen konnten, die aber einfach viel zu viel Zeit an Land und zu wenig Zeit im Wasser verbracht hat und nun in den guten Händen ist, die sie verdient. Jetzt also leicht, wendig, kleiner und problemlos am Wohnmobil hinterher zu ziehen.
Fast 500 Kilometer rechnet die Navi von uns bis ans Ziel, das ist uns eigentlich zu weit für ein Wochenende. Wir fahren deshalb zum einen schon am Mittwoch Abend nach der Arbeit los und machen eine Zwischenübernachtung bei Wolfsburg auf einem Wanderparkplatz am Waldrand, den wir über Park4Night gefunden haben und fahren am Donnerstag ganz früh weiter. Zum anderen nehmen wir den kürzesten Weg über Land, das spart gute 100 Kilometer und wir können genauso schnell fahren wie auf der Autobahn. Gegen zwölf Uhr am Donnerstag erreichen wir den Wohnmobilstellplatz Lenzer Hafen und haben noch den ganzen Tag vor uns.

Wir hatten vorher reserviert, weil wir gerne erste Reihe vorne am Kanal stehen wollten. Das hat leider nicht geklappt, aus welchen Gründen auch immer, lag die Reservierung zwar vor aber bei der Platzvergabe wurden dann versehentlich Kanalplätze doppelt vergeben – da stand also schon jemand. Und dahinter noch jemand… Ja, kann passieren. Fehler kommen vor. Wir waren sehr enttäuscht, fügten uns aber in unser Schicksal – fanden allerdings den Umgang der Betreiber mit dem von ihnen verursachten Fehler eher suboptimal.
Also dritte Reihe mit dem Wohnmobil aber erste Reihe beim Boot ins Wasser bringen und zwischen Plau und Malchow entspannt unterwegs sein: der Hafen ist klein aber fein, der Hafenmeister Gold wert und super hilfsbereit.




Insgesamt hat der Platz so ca. 25 Stellplätze, der größere Teil auf Wiese und einige Plätze mit der Front in Richtung Kanal direkt im Hafen – dafür sind wir aber mit 8m wieder zu lang.
Es gibt ein Restaurant, dass sich auf die vielen Tagestouristen, Wasserwanderer und Hobbyskipper, die für eine Nacht anlegen ausgerichtet hat. Kleine Karte aber völlig ausreichend und lecker. Nachmittags Kuchen, Eis – für alles ist gesorgt. An jedem Freitag ab 17 Uhr ist Grillabend.
Es gibt Sanitäreinrichtungen im Gebäude der Gaststätte, modern und sauber mit ausreichend Platz als Ablage. Dafür braucht man Münzen und einen Code, beides bekommt man beim Einchecken. Pro Duschmünze 22l warmes Wasser oder exakt 2,22 Minuten. Schafft man.
Der Platz liegt landschaftlich toll, hat eine überschaubare Größe, an unserem Wochenende sehr entspanntes Publikum, ist hundefreundlich und bietet uns alles, was wir für einen aktiv-erholsamen Kurzurlaub brauchen.






