
Wenn ich lese „einer der schönsten Campingplätze in den Alpen“, dann frage ich mich sofort, wo es denn bitte noch schöner sein kann? Ich muss mehr Alpen auf die Bucketlist setzen, denke ich. So oder so ist der Camping Morteratsch im gleichnamigen Tal auf meiner persönlichen Liste der schönsten Campingplätze führend. Zumal im Winter. Ein Wintermärchen, zu schön fast um wahr zu sein. Auf 1860m und damit der höchstgelegene Wintercampingplatz in Europa. Man erreicht ihn durchs Rheintal kommend über den Julierpass. 2284m erfordern im Dezember definitiv Winterausrüstung am Wohnmobil, dazu gehören zwingend auch Schneeketten, ohne geht’s nicht. Und die hat man besser zuhause schon mal probeweise aufgezogen und versucht das nicht erst auf der Zufahrt zum Pass. Hier übrigens ein Killerargument für Hubstützen am Wohnmobil: damit sind Schneeketten in nullkommanichts montiert und demontiert. Wir hatten dieses Mal aber Glück, die Passstraße war durchgängig normal befahrbar, auch ohne Schneeketten. Spaß macht das nämlich keinen, damit über den Berg und wieder runter zu kriechen. Vor allem braucht man unten angekommen recht schnell einen Platz, wo man einigermaßen entspannt demontieren kann, ohne den Verkehr zu blockieren und die sonst überaus geduldigen und entspannten Schweizer allzusehr zu strapazieren.
Auf der anderen Seite des Julier liegt das Engadin. Zuerst fährt man vorbei am Silvaplanasee, dann kommt das mondäne Sankt Moritz, später Pontresina und schließlich der Abzweig ins Val Morteratsch. Luft und Licht im Engadin sind einzigartig, dazu die Höhe von fast 2000 Metern und der spektakuläre Blick auf die über 4000m hohe Berninagruppe mit Piz Palü, Piz Morteratsch und Piz Bernina. Kein Ort, an dem ich an den letzten ruhigen Tagen des Jahres lieber sein würde.

