Nach Vangnes ist es vom Campingplatz nur ein Katzensprung und so finden wir uns schnell in der ersten Spur für die Verschiffung nach Hella wieder. Hella ist für uns nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Dragsvik bei Balestrand, wir müssen dort aber trotzdem von Bord fahren, drehen und in Gegenrichtung wieder drauf auf die Fähre.
Von Dragsvik geht es entlang des Fjærlandfjordes. Wir fühlen uns in eine Modellbahnlandschaft versetzt, wahlweise auch an besonders idyllische Ecken der Schweiz erinnert und könnten alle 100m anhalten, um dort einen Tag verbringen. In Richtung Gaular erklimmt die Rv 13 nun nordwärts in Serpentinen das vor uns liegende Gebirge. Schafe rechts und links der Straße erfordern unsere Aufmerksamkeit. Dann kündigt sich ein „Utsikten“ an, wir fahren rechts ran und werden wie der Name schon vermuten lässt, erneut von einem spektakulären Aussichtspunkt beeindruckt. Dieses Mal ragen drei Betonspitzen in den Himmel und über den Abgrund. Erklimmt man die Treppen, bieten sich unbeschreibliche Aussichten auf die umliegende Bergwelt.

Der Aussichtspunkt am Gaularfjellet 
Die Rv 13
Nach der Weiterfahrt oben angekommen, öffnet sich das Gaularfjellet. Entlang der wilden Gaula führt die Rv 13 nun und an vier Stellen entlang der Strecke gibt es Einstiege in den insgesamt rund 20 Kilometer langen Wanderweg „Fossestien“, der zu 14 Wasserfällen führt. Wir stellen unser Auto am Einstiegspunkt Torsnesstølen ab und geben den Hunden Gelegenheit sich richtig auszutoben und in den glasklaren Gebirgsseen zu schwimmen. Das Wetter könnte besser nicht sein, die Sonne strahlt vom Himmel und wir machen insgeheim eine Notiz für uns, auf jeden Fall mit dem eigenen Auto wiederzukehren und diese Gegend für einen zweitägigen Aufenthalt mit Übernachtung einzuplanen.





Eigentlich wollten wir noch bis Olden kommen aber zwei der mitreisenden Hunde im nachfolgenden Auto haben zu viel Streß aufgrund der Fahrerei. In Vassenden endet deshalb unsere Tagesetappe rund 80 Kilometer vor dem eigentlichen Ziel und wir wählen unter den insgesamt drei oder vier Campingplätzen Solrenning Camping aus, direkt am Ufer des Jølstravatnet. Vom Campingplatz-Betreiber fehlt jede Spur. Lediglich der Instruktor für das Rafting-Angebot ist vor Ort und verspricht, der Chef schaue später noch vorbei und mit ihm könnten wir alles ausmachen und unseren Stellplatz bezahlen. Der Chef kommt allerdings auch bis zum nächsten Morgen nicht und so ist Solrenning unsere günstigste Übernachtung. Es hat allerdings auch ein wenig den Charme von Bates´s Motel. Zwar ist alles sauber, die Sanitäranlagen etwa und der Rasen frisch gemäht – es kümmert sich also offensichtlich jemand darum aber dennoch wirkt das Ganze in die Jahre gekommen und irgendwie ziemlich verlassen. Die zwischen den Hütten und Dauercamper-Mobilen abgestellten abgemeldeten Autos und Busse verstärken den Eindruck und sorgen für einen gewissen Gruselfaktor. Egal. Wir bauen den Grill auf und unsere Hunde haben erneut Gelegenheit zum Schwimmen und können das eine oder andere Dummy arbeiten. Und einem geschenkten Gaul schaut man schließlich auch nicht ins Maul.



