Pünktlich um 9:00 Uhr am Sonntag erreichte die Stena Germanica dann also Göteborg. Und mit ihr wir, ausgeruht und ausgeschlafen. Das Entladen verlief ruhig und zügig. Kein Vergleich zur Italienischen oder gar Griechischen Fähremotion mit Geschrei, wildem Gestikulieren, irren Wendemanövern innerhalb des Autodecks und mindestens einem abgefahrenen Außenspiegel pro Überfahrt. In Schweden geht es nicht um Leben und Tod, hier hat man Zeit. Välkomna!
Das Zenec-Navi, mit dem wir die gesamte Reise über nicht warm geworden sind, auf Oslo programmiert und dann raus aus dem Fährhafen. Göteborg erhebt eine City Maut. Das Kennzeichen wird mit Hilfe von Kameras automatisch erfasst und etwa vier Wochen später bekommt man eine Rechnung über den angefallenen Mautbetrag, den man dann überweisen muss.
Auf der E6 ging es entspannt Richtung Norden, von Göteborg nach Oslo sind es nur 296 Kilometer. Einen ersten Zwischenstopp machten wir in Fjällbacka, einem kleinen Fischerort an der Schwedischen Westküste, etwa 25 Kilometer vor der Grenze zu Norwegen. Durch Ingrid Bergmann, die dort Jahr für Jahr ihren Sommer verbrachte – präzise auf der vorgelagerten Insel Danholmen und die Krimis der in Fjällbacka geborenen Camilla Läckberg, genießt der Ort etwas größere touristische Bekanntheit. In der „Kungsklyfta“, einer Schlucht, die durch den direkt hinter den letzten Häusern aufragenden Vetteberg verläuft, wurden zudem Szenen für „Ronja Räubertochter“ gedreht. Wir stellten das Wohnmobil zentrumsnah auf einem großen Parkplatz ab und durchstreiften den idyllischen Schären-Ort zu Fuß. Das Wetter hatte eindeutig noch Potential nach oben aber davon ließen wir uns nicht beirren. Unseren Kaffee und das erste Krabbenbrot genossen wir auf der Veranda eines kleinen Cafés im Hafen, bevor wir weiter Richtung Svinesund rollten.

Für die Einreise nach Norwegen erwiesen sich unsere Hunde als echter Vorteil. Während der übrige Verkehr mehrspurig vor Svinesund zum Stehen kam, fährt man mit Hunden unaufgefordert auf der roten Spur zum Zollgebäude vor, um dort die Einreise anzumelden. Dafür parkt man direkt vor dem Zollgebäude, lässt die Hunde im Auto und zieht drinnen eine Nummer, ähnlich wie bei der KFZ Zulassungsbehörde. Wenn die Nummer über einem der Schalter aufgerufen wird, legt man die Impfpässe vor. Für die Einreise nach Norwegen müssen Hunde gechipped sein, eine gültige Tollwutimpfung vorweisen können und zudem vom Tierarzt im Impfpass bestätigt zwischen 24 und maximal 120 Stunden vor der Einreise mit einem anerkannten Medikament gegen Bandwurmbefall behandelt worden sein. Das hatten wir am vorhergehenden Mittwoch Abend bei unserem Haustierarzt getan und so verlief die Einreise völlig unkompliziert. Wieder ins Auto und vorbei an den Wartenden auf den übrigen Spuren für den Grenzübertritt. Im Bedarfsfall kommt wohl auch mal jemand mit raus und vergleicht Hunde und im Impfpass eingetragene Chipnummern, bei uns war das aber nicht so. Insgesamt ging das Ganze sehr schnell und ohne Wartezeiten vonstatten.
Jetzt war es bis Oslo nur noch ein Klacks und unser Tagesziel, der Wohnmobil-Stellplatz in Sjølyst Marina schnell erreicht. Wie sich im Verlauf der Reise immer wieder bestätigen sollte, macht es durchaus Sinn frühzeitig – also etwa zwischen 16 und 18 Uhr – einen Stell- oder Campingplatz anzufahren, wenn man den Anspruch hat, dass es drum herum gerne schön oder der Blick aufs Wasser unverstellt sein soll. Am Automaten zogen wir einen Parkschein für 48 Stunden und stellten für diesen Tag den Motor ab. Sjølyst Marina liegt günstig für eine gute Erreichbarkeit sowohl der Osloer Innenstadt, als auch der Museen auf der Halbinsel Bygdøy. Im Winter werden die Flächen zum Abstellen der Sportboote genutzt, Sjølyst Marina öffnet deshalb den Wohnmobil-Stellplatz erst um den 1. Juni herum, wenn die Boote wieder im Wasser sind. Die in Containern untergebrachten Sanitäreinrichtungen der Marina stehen auch den Wohnmobilisten zur Verfügung. Für warme Duschen ist der Einwurf von 10 Kr erforderlich. Gutes und schnelles WLAN ist kostenlos verfügbar. Das Passwort gibt’s beim Hafenmeister. Den Abend ließen wir mit einem ausgedehnten Spaziergang vom Stellplatz aus Richtung Bygdøy ausklingen. Direkt am Ende des Stellplatzes beginnt ein kleines Wäldchen, in dem man seine Runden mit den Hunden starten kann. http://www.bobilparkering.no/de/

