Anreise: Kassel – Kiel

Das es eine gute Entscheidung gewesen war, am Freitag noch wenigstens knapp 200 Kilometer Richtung Norden zu fahren und auf einem Stellplatz in Harzrandlage eine Zwischenübernachtung einzulegen, erwies sich am Samstag schnell als goldrichtig. Halb Bayern und Baden-Württemberg auf dem Weg in die Pfingstferien und gefühlt der Rest der Republik mit Plänen für ein langes Pfingstwochenende irgendwo an der Küste – die A7 war gerappelt voll und die zahlreichen Endlos-Baustellen verschärften das Problem erheblich. Auch uns trieb es dann aufgrund einer Vollsperrung auf Höhe Schwarmstedt von der Autobahn und in eine Stunden währende Panorama-Polonäse durch den Heidekreis. Urlaub fängt mit dem ersten Drehen des Zündschlüssels an aber das ist nur dann entspannt, wenn am Ende der ersten Etappe keine Fähre wartet, die gnadenlos um 17:45 Uhr in Kiel die Anker lichtet, ob wir nun an Bord sind oder nicht. 

Da wir mit Hunden reisen, achten wir bei der Anreise egal wohin auf möglichst ideale Bedingungen für alle Mitglieder der Reisegruppe, auch für die vierbeinigen. Da auf den Fähren, die direkt nach Norwegen ablegen, kaum gescheite Angebote für den besten Freund des Menschen gemacht werden und der Wauz entweder für die Überfahrt alleine im Auto auf dem stickigen und lauten Autodeck warten muss oder in einen Zwinger kommt oder die gesamte Überfahrt mit seinem Menschen auf dem Außendeck verbringen soll, was angesichts des wechselvollen Wetters eine echte Herausforderung werden kann und uns die Anreise auf dem Landweg über Dänemark und Schweden als Verschwendung kostbarer Urlaubszeit erscheint, setzten wir auf die Schwedische Stena Line. Diese bedient täglich vom Schwedenkai in Kiel aus die Strecke Kiel – Göteborg und bietet für die Übernachtpassage Haustierkabinen an, in denen Mensch und Hund(e) gemeinsam gemütlich der Ankunft in Schweden entgegen schlummern. Es gibt ein Haustierdeck mit Löseecken für die Hunde. Rüden mit Abgabebereitschaft der eigenen Visitenkarte finden das i.d.R. unproblematisch. Die meisten mir bekannten Hündinnen, von denen ich weiß, dass sie die Route schon gefahren sind, halten lieber ein. Abfahrt am Samstag um 17:45 Uhr, Ankunft am Sonntag um 9:00 Uhr in Göteborg. Um dabei zu sein, muss man sich und sein Auto spätestens um 17:00 Uhr einschiffen. Und das war dieses Mal sehr knapp. Ankommen und direkt verladen lautete die Devise, das hatten wir tatsächlich noch nie. Wir sind die Strecke bereits mehrmals gefahren, wenn wir nach Schweden wollten. Nun also Norwegen. Der erste Schritt war getan, an Bord konnte ab sofort die Entspannung einsetzen. Wir hatten für 20:00 Uhr einen Fenstertisch zum Skandinavischen Buffet reserviert und konnten lecker schmausend zusehen, wie die Fähre aus der Kieler Förde Richtung Schweden Fahrt aufnahm. Durchaus etwas kostspieliger als ein Hamburger an Deck aber irgendwie auch Auftakt für einen Urlaub, auf den man sich lange im Voraus gefreut hat. Wer das Verlassen des Hafens und die Fahrt durch die Förde, vorbei an Laboe als Hintergrundbild zum Essen haben möchte, reserviert besser schon für 18:00 Uhr. Wir haben das Ablegen an Deck von der Panoramabar aus verfolgt. 

Wohnmobil € 6,90m Länge, 2-Personen-Haustierkabine innen (Rückfahrt außen, mit Fenster) und zweimal Skandinavisches Buffet, jeweils hin und zurück für rund € 800,- http://www.stenaline.de

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